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Statement der Universität Freiburg zu den Entwicklungen an der Freiburger Sportachse Ost

Stellungnahme vom 13.9.2023 sowie weitere Informationen zum Areal

Freiburg, 19.09.2023

Die Universität Freiburg ist äußerst erstaunt über die Informationen und die Kommunikation der Stadt Freiburg in Bezug auf die Kündigung des Mietverhältnisses zur Sportflächennutzung. Die Universitätsleitung als alleinige Vertretung der Universität Freiburg in dieser Angelegenheit war in das am 13. September 2023 bei der Pressekonferenz der Stadt Freiburg vorgestellte Konzept und die Lösungsvorschläge der Stadt nicht angemessen eingebunden. Dies ist sehr bedauerlich, besonders mit Blick auf eine durch verlässliche Planung und Augenhöhe geprägte Zusammenarbeit.

Die Stadt hat mit den Nutzer*innen über alternative Lösungen gesprochen. Dies ist für eine Begleitung des Abstimmungsprozesses wichtig, ersetzt allerdings nicht die formale Entscheidung der zuständigen Gremien der Universität sowie die notwendige Einbindung des Landes Baden-Württemberg. Zudem hatten auch die Nutzer*innen keine gesicherten Informationen über die Gesprächsgrundlage und die weiteren Verfahrensschritte seitens der Stadt.

Die Kündigung des Mietverhältnisses zur Sportflächennutzung stellt das Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität Freiburg vor erhebliche Probleme. Laut derzeitigem Stand würde dies deutliche Einschnitte in Forschung und Lehre bedeuten. Diverse Angebote des Instituts für Sport und Sportwissenschaften für Bürger*innen sowie Mitglieder der Universität wären von der Kündigung massiv betroffen. Derzeit gibt es keine adäquaten oder konkreten Lösungen und keinen Ersatz hierfür.

Die Universitätsleitung steht für einen angemessenen Beteiligungsprozess und Gespräche mit der Stadt Freiburg zur Verfügung.

Bildunterschrift: Blick auf die Sportachse Ost. Bild: almaxaeroBlick auf die Sportachse Ost: Rot markiert ist der Standort der besagten Sportanlage.

Blick auf die Sportachse Ost: Rot markiert ist der Standort der besagten Sportanlage.

Zahlen und Fakten zur Nutzung des Areals

Rund 1.000 Personen nutzen die Tennisanlagen im Rahmen von Forschung, Lehre und Hochschulsport pro Woche. Dazu gehören Studierende, Beschäftigte, Mitglieder des Universitäts-Sportclubs und vereinslose Gäste. Im Sommersemester 2023 waren die Tennisanlagen mit knapp 70 Prozent stark ausgelastet.

Bedarf pro Woche im Sommersemester:

  • Lehre: 3 Plätze à 6 Stunden für Grundkurs / Aufbaukurs / Vertiefungskurs im Sommersemester. Freie Übungszeiten für Lehre: ca. 2 Plätze à 3 x 2 Stunden für insgesamt 36 Studierende (je 12 Personen pro Kurs) – verteilt auf vormittags und nachmittags.
  • Forschung: abhängig von den jeweiligen Forschungsprojekten, durchschnittlicher 14-tägiger Bedarf von 2 Stunden à 2 Plätze.

Bedarf pro Saison im Hochschulsport:

  • Tenniskurse (nur Studierende und Bedienstete): Pro Kurs werden 2 Plätze für 8 Wochen à 1,5 Stunden benötigt. Im Sommersemester 2023 gab es ca. 50 Kurse mit einem Abschlussturnier. Teilgenommen haben 254 Personen, insbesondere Studierende.
  • Feste Tenniszeiten (ABO) für Studierende / Bedienstete & Gäste (pro ABO-Platz spielen mindestens 2 Spieler/innen, bei Doppel 4): Es gibt 166 ABO-Stunden für Studierende, 39 ABO-Stunden für Bedienstete und 66 ABO-Stunden für Gäste. Im geringsten Fall, wenn nur Einzel gespielt würde, sind das 271 Spieler*innen pro Woche
  • Flexible Tenniskarten (freie Platzwahl wenn dieser vormittags nicht belegt ist): Verkauf von ca. 60 Tenniskarten. Im Schnitt wird mit einer Karte 3 Stunden pro Woche gespielt. Im geringsten Fall, wenn nur Einzel gespielt würde, sind das 360 Spieler*innen pro Woche
  • Einzelplatzbuchungen: Bis Ende der Saison wurden 514 Einzelplätze verkauft. Im geringsten Fall, wenn nur Einzel gespielt würde, sind das 1.028 Spieler*innen (43 Spieler/innen pro Woche bei bisherigen 24 Wochen)
  • USC (Tennisabteilung): Die Tennisabteilung des USC belegt mit ABO-Stunden und Tenniskarte ca. 20 Stunden pro Woche. Da diese Personengruppe nur noch Doppel spielt, sind das 80 Spieler*innen pro Woche

Zur Chronologie des Areals

  • 1973 übergibt die Stadt Freiburg das „Olympiagelände“ der Universität, da die Universität auf der nördlichen Dreisamseite keine Tennisplätze errichten darf. Im Anschluss werden die ersten beiden Tennisplätze mit Hilfe des USCs gebaut.
  • 1980 kündigt die Universität einen Teil des Geländes (Olympiahaus, heutiger Kunstrasenplatz, Parkplätze), das anschließend an die FT 1844 Freiburg übergeht.
  • Im Jahr 1994 wurde aufgrund hoher Investitionskosten des Instituts (zusätzliche Plätze, Clubhaus, Nebengebäude) der Mietvertrag bis 2038 verlängert – die vorzeitige Kündigung dieses Vertrages wurde nun mündlich angekündigt.
  • Seither existieren neun, vom Institut finanzierte, Tennisplätze. Eine Ablöse für die Plätze wurde bisher noch nicht angesprochen.

Zur weiteren Berichterstattung

Die Aussage der Stadt Freiburg gemäß Artikel der Badischen Zeitung vom 19.9.2023, nach der der Leitung des Instituts für Sportwissenschaften eine entwickelte Lösung vor der Sommerpause konkret präsentiert worden sein soll, ist nicht korrekt. Weder mit der Institutsleitung noch mit der Universitätsleitung sind adäquate Lösungen besprochen worden. Stattdessen hat die Institutsleitung im Mai 2023 eine Liste mit offenen Problemen an die Stadt gerichtet. Das nächste Treffen fand dann zwei Tage vor der Pressekonferenz am 11. September 2023 statt. Die Liste mit offenen Problemen ist weiterhin offen.